Auch ein blindes Huhn…

19 02 2009

…findet mal ein Projektbüro in Dresden. Und ich stelle hiermit die tollkühne Behauptung auf, dass es für ein blindes Huhn leichter ist ein Korn zu finden, als ein Projektbüro in Dresden.

Und woran lag es denn nun?

Es liegt zum einen daran, dass man in Dresden nicht so richtig spontan sein kann, wenn es um die kurzfristige Anmietung von Büroflächen geht. Leerstand gibt es ja genug. Aber betrachten wir vorerst mal die Kontaktanbahnungsphase. Da gibt es ja diese tollen Portale wie immoscout24 & Co. Und am Anfang war die Hoffnung groß und die Bedenken klein, innerhalb von 3-4 Wochen ein 50qm Büro aufzutreiben.

Da es ja schnell gehen musste, hab ich das Kontaktformular außer acht gelassen und direkt zum Telefon gegriffen. Aber…ohjee…da gings schon los. WENN man überhaupt mal jemanden ans Telefon bekommen hat, kam gleich die Absage wegen der kurzen Mietzeit von 3Monaten. Dann gab es ja noch die Variante „Anrufbeantworter“. Hab also brav meine Nummer und alle weiteren relevanten Daten hinterlassen. Das bedeutete aber keineswegs, dass sich dann auch jemand zurückmeldet. Zu viel zu tun? Überlastet? Nicht nötig? Who knows…

Gut, in meiner Verzweiflung – die Bedenken waren inzwischen größer als die Hoffnung – habe ich dann doch das eine oder andere mal diese wunderbaren Kontaktformulare benutzt. Aber auch hier wieder das gleiche Desaster – durchweg keine Rückmeldung, nicht mal ein „Tut uns leid, aber wir haben nichts was Ihren Anforderungen entspricht.“ Das hätte schon drin sein müssen.

Kommen wir also zu den Kontakten, die tatsächlich gewillt waren uns weiter zu helfen. Die Betonung liegt dabei auf „gewillt waren“ und hier die Gründe, warum auch aus diesen Bemühungen kein Papier enstanden ist was sich „befristeter Mietvertrag“ nennt:

  • minimale Mietzeit von 6 Monaten

oder

  • ein qm-Preis von 30 € (Hallo???) natürlich ohne Büroausstattung (Geht`s noch??)

oder

  • das Bürogebäude lag in einer Gegend in der ab abends 20uhr nicht mal mehr ein Bus fährt

Tatsächlich gibt es in Dresden irgendwie nur zwei Anbieter die wirklich sowas wie Projektbüros vermieten. Aber da war nichts mehr frei – logischerweise – und / oder die Zimmer waren zu klein.

Gibt es in Dresden keine Projekte, an denen mal mehr Personen teilnehmen, als eigentlich in die vorhandenen Büroräume passen? Oder werden dann 5 Leute auf 15 qm eingepfercht, was ja schon fast die Vorstufe zum Burnout ist?

Mein ganz persönliches Projekt – Projektbüro-Suche in Dresden – hat aber doch noch bzw. zu 95%, ein glückliches Ende genommen. Und hey…durch welches Netzwerk wurde mir der entscheidene Tip vermittelt? Twitter (spezieller Dank in diesem Zusammenhang an leaena7).

Deshalb meine Schlussfolgerung: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn / Büro / whatever – über Twitter. ;)





Businessplan rockt!

4 12 2008

Eine der besten Teamwork-Erfahrungen, die ich dieses Jahr gemacht habe, war das Schreiben des Businessplanes für die voxelbrain UG zusammen mit David und Frank

Es gibt ja Leute, die kritzeln sowas nachts um drei in einer Kneipe auf eine Serviette und es hat auch funktioniert. Wir sind dann aber doch ein wenig auf Nummer Sicher gegangen und haben ein kleines Projekt daraus gemacht.

Es ist seltsam, dass viele Leute mit denen ich mich über das Anfertigen eines Businessplanes unterhalten habe, der Meinung sind, dass man sowas in zwei-drei Tagen auf die Beine stellen kann. Ok, es ist natürlich abhängig von Tätigkeitsfeld, Kundengruppe, Umsatzerwartung etc ob ein BP überhaupt nötig ist. Ein Softeisverkäufer mit einer mobilen Verkaufsstation braucht sicher keinen 30-seitigen BP. Aber je breitgefächerter die Tätigkeitsfelder sind, je unterschiedlich die einzelnen Kundengruppen dazu und u. U. je höher der Umsatz , umso detailierter sollte auch der BP sein. Wobei es hier wiederum einzelne Aspekte zu beachten gibt.

Hier mal ein kleiner Überblick unserer Vorgehensweise von Fertigstellung bis Abgabe bei der IHK:

Vorbereitungen:

Das Beratungsgespräch bei der IHK haben wir uns gespart, da Frank schon Erfahrungen im Schreiben solcher Dokumente hat. Als erstes haben wir uns also die Checkliste der IHK vorgenommen und die einzelnen Punkte unter uns aufgeteilt. So war Frank für alles was mit Zahlen zu tun hat (was die IHK am meisten interessiert) und für alle formellen Sachen zuständig. David hat sich um die Ausformulierung der Tätigkeitsbereiche und Kundengruppen der Firma und  und meine Aufgabe war das Marketingkonzept (was in meinen Augen  laut Checkliste der IHK viel zu wenig beleuchtet wird…aber egal). Es hat sich als sinnvoll erwiesen von Anfang an das Inhaltsverzeichnis des BP zu haben, an dem man sich zusätzlich „langhangeln“ kann.

Arbeit

Unter dieser Maßgabe hat jeder an seinem Abschnitt für den Businessplanes gearbeitet. Wir haben uns jedoch regelmäßig zusammengesetzt um einzelne Punkte zu besprechen, um von vornherein die Vollständigkeit sicherzustellen und nicht nachher, wenn scheinbar alles fertig ist, anfangen zu müssen einzelne Absätze zu ergänzen. Auf jeden Fall war der Input immer wichtig und sinnvoll. Und so hatten wir nach ca. 3 Wochen ein schönes Businessplänchen zusammengestellt.

Als das soweit war, haben wir noch einmal alle Punkte der Checkliste mit dem BP abgeglichen und noch ein bisschen an den Formulierungen gefeilt.

David hat noch die Zusammenfassung geschrieben (ebenso etwas was die IHK interessiert) und den BP dann noch hübsch formatiert und dann gings weiter zum…

Finale

Das heißt fix noch den BP gebunden. Schick ist er geworden mit gelber Folie obendrauf und brauner Pappe als „Rücken“.

Und dann gings ab zur IHK. Die Dame die uns gegenüber saß war regelrecht begeistert, dass der BP vollständig war und wir noch alle zusätzlich nötigen Unterlagen (Lebenslauf des Gründers, diverse Formblätter,…) parat hatten. Man könnte fast meinen es passiert nicht so oft, dass da jemand mit dem vollständigen Paket ankommt.

So das Ende vom Lied – wir haben noch nen Kuli geschenkt bekommen und paar Tage später kam die Genehmigung des BP.

Was uns aufgefallen ist: vordergründig sind die Tabellen mit den Zahlen und die Zusammenfassung am Ende für die IHK relevant. Der Rest soll eigentlich nur zeigen, dass man sich Gedanken zum Thema gemacht hat, deshalb – nicht zu sehr ins Detail gehen, dafür aber präzise sein.

Auf jeden Fall war es ne coole Teamerfahrung. Danke Jungs! :-)